Kommentierendes

Ist Web 2.0 schädlich für die persönliche Reputation?

28.04.08 | 3 Meinungen

jobblog.ch und PM-Blog sind auf der Suche nach Internet-Usern, die das Gefühl haben, aufgrund “unvorteilhafter Einträge” im Internet einen Job nicht erhalten zu haben, auf die sie sich beworben haben oder anderweitige negative Erfahrungen zu diesem Thema gemacht haben.

Das Internet schafft eine nie dagewesene - und vergisst nicht, auch wenn wir uns selbst an frühere Meinungsäußerungen längst nicht mehr erinnern können. Nach einem neuen Kontakt oder Bewerber zu googlen - das ist heute bei einer Vielzahl spezialisierter Suchmaschinen nur der Einstieg. Aber schon hier gilt: Wer über einen häufiger vorkommenden Namen verfügt, kann so schnell unbewußt falsch eingruppiert werden.

Im Artikel “Sind Sie Dr. Jekyll oder Mr. Hyde?” verweist darauf, daß sich Privates und Öffentliches nicht mehr trennen läßt:

Meistens ist es nicht notwendig, eine Jeykyll-und-Hyde-Rolle zu spielen und unser Leben gewaltsam in eine private und berufliche Sphäre zu trennen. Allerdings sollten wir uns darüber bewusst sein, dass unsere Äußerungen längst öffentlich sind, wenn wir sie in Social Software-Tools, E-Mails und Chats unter unserem Realnamen publizieren.

Ryan Healy ruft dazu auf, die höhere auch als Chance zu nutzen: Für die Generation der „Millenials“ verschmelzen die private und berufliche Welt stärker und stellen keinen Widerspruch dar, sondern tragen vielmehr zur Authentizität bei. Dies unterstreicht auch die Hamburger Professorin Sabine Trepte:

Prinzipiell ist denkbar, dass auch hier eine Habitualisierung stattfindet, dass es also nicht mehr als außergewöhnlich, sondern als ‚normal’ empfunden wird, wenn wir in der Öffentlichkeit über intime Details sprechen. “Privatheit, privacy, Privatsphäre sind Begriffe, die sich auf den Wertekanon der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhundert beziehen”

Dennoch sollte man zu seinem eigenen positiven Image im Internet beitragen. Dies ist Teil des Reputation Management, das nicht nur für Unternehmen, sondern auch für “normale” User aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten nicht zuletzt dank XING, Facebook etc. einen immer höheren Stellenwert hat. gibt in “Klick, du bist tot - Wenn das Internet Karrieren killt” hilfreiche Tipps zum Selbstmarketing im Internet. Seine Einschätzung:

Als Schutz für die eigene kommen derzeit nur zwei Wege infrage – entweder so wenig wie möglich ins Netz zu stellen oder überall präsent zu sein. Sprich: , Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken, Flickrn, Bookmarken & Co. Das volle Programm. Unliebsame Inhalte im Web nachträglich zu löschen, ist schwer. Folglich hilft nur verdrängen.

schafft eine neue und Offenheit - nutzen wir diese verantwortungsbewußt menschlich!

Foto: wink.com

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3 Meinungen zu “Ist Web 2.0 schädlich für die persönliche Reputation?”

  1. Rainer Helmes  

    Ich bin mir nicht sicher, ob alle Schüler und Studenten, die ihre Peergroups online in den einschlägigen “Social Communities” treffen, schon an ihr “Reputations-Management” denken ;)

    Es ist m.E. auch nötig immer wieder, auf die Schattenseiten einer zu “freizügigen” Selbstdarstelung hinzuweisen, denn nicht nur Personalchefs werden _alle_! Informationsquellen nutzen, wenn es darum geht, einen Vorteil gegenüber einem Mitbewerber zu erlangen …

  2. Mirko Schneider  

    das gilt aber auch in die andere richtung. der bewerber wird irgendwann auch ganz viel über den personalchef wissen. ;-) und der bundeskanzler in 30 jahren wird sich wünschen, er hätte sich so manchen kommentar im netz erspart. ;-)

  3. cmh  

    Stimmt! Aber bis dahin ist noch viel Aufklärung zur “richtigen” Nutzung des Internets notwendig.

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